Siegen wächst seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg beständig die Hänge hinauf – die typische Siegerländer Topografie mit ihren steilen Kerbtälern lässt kaum eine andere Wahl. Wer heute am Giersberg oder entlang der Weiß baut, spürt sofort, dass der Baugrund hier kein statisches System ist, sondern ein lebendiges Gefüge aus verwittertem Tonschiefer und Grauwacke. In unserer Erfahrung ist genau das der Punkt, an dem eine fundierte Böschungsstabilitätsanalyse den Unterschied macht zwischen einer langfristig sicheren Baumaßnahme und einem Sanierungsfall. Gerade die Wechsellagerung von bindigen Verwitterungsdecken und geklüftetem Fels verlangt einen Blick, der über die reine Rechenannahme hinausgeht. Bevor wir in die Tiefe gehen, sichern wir uns oft mit einer Korngrößenanalyse ab, um das Feinanteil-Verhalten im Grenzzustand zu verstehen, und kombinieren das mit Atterberg-Grenzen für die Plastizität der oberen Schichten.
Eine standsichere Böschung in Siegen zu bemessen heißt, den Schiefergebirgsverwitterungslehm genauso ernst zu nehmen wie den Fels darunter.
Angewandte Methodik in Siegen

Typische technische Herausforderungen in Siegen
Der oberflächennah anstehende Hüllberg-Tonschiefer verwittert in Siegen oft zu einem blockig-grusigen, wasserempfindlichen Material, das bei Nässe rasch an Kohäsion verliert. Die Grundwasserführung ist zwar meist an Klüfte gebunden, aber nach Starkregen – und davon bekommt das Siegerland mit rund 1.000 mm Jahresniederschlag einiges ab – können sich Schichtwasserhorizonte aufstauen, die in der Analyse gerne übersehen werden. Wir betrachten deshalb immer den wassergefüllten Spalt, also den Extremfall, bei dem Sickerwasser bis zur Geländeoberkante ansteht. Ein weiteres Risiko, das wir häufig antreffen, sind alte, nicht dokumentierte Stützbauwerke aus Bruchstein, die irgendwann in den Hang gebaut wurden und nun als latente Schwachstelle wirken. Erst kürzlich haben wir im Bereich Kaan-Marienborn eine Böschung untersucht, bei der genau so eine Mauer den rechnerischen Sicherheitsfaktor unter 1,0 drückte, sobald man sie in der Finite-Elemente-Modellierung realistisch abbildete.
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Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum deckt den gesamten Prozess von der Erkundung bis zum rechnerischen Nachweis ab. So begleiten wir Ihr Bauvorhaben in Siegen:
Geotechnische Felduntersuchung
Wir führen Kernbohrungen und Rammsondierungen durch, um Schichtgrenzen und Lagerungsdichte an Ihrer Böschung in Siegen zuverlässig zu bestimmen.
Laborversuche zur Bodenmechanik
Scherversuche zur Bestimmung von Reibungswinkel und Kohäsion, ergänzt durch Korngrößenverteilung und Konsistenzgrenzen.
Standsicherheitsberechnung
Analytische und numerische Nachweise für Böschungen und Baugrubenumschließungen nach Eurocode 7, inklusive Lastfall Hochwasser.
Sanierungskonzept und Beweissicherung
Entwicklung von Sicherungsmaßnahmen wie Vernagelung oder Vliesbewehrung und die begleitende messtechnische Überwachung.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Böschungsstabilitätsanalyse in Siegen?
Für eine Böschungsstabilitätsanalyse in Siegen müssen Sie, abhängig von Aufwand und Komplexität, mit Kosten zwischen €1.070 und €3.700 rechnen. Der Preis variiert je nach Umfang der nötigen Feldaufschlüsse und der erforderlichen Berechnungsverfahren.
Welche Norm ist für den Standsicherheitsnachweis maßgeblich?
Maßgeblich ist der Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2004) zusammen mit der DIN 1054:2010. Für die eigentliche Berechnung von Geländebrüchen liefert die DIN 4084 das konkrete Rüstzeug.
Reicht eine Baugrunduntersuchung ohne rechnerischen Nachweis aus?
Nein, der reine Aufschluss liefert nur Parameter. Erst die rechnerische Böschungsstabilitätsanalyse weist nach, ob die Geometrie und die Bodeneigenschaften im Grenzzustand der Tragfähigkeit zusammenpassen.
Können Sie auch bestehende ältere Hangsicherungen bewerten?
Ja, wir untersuchen häufig historische Trockenmauern oder alte Spundwände. Mittels FEM modellieren wir den Ist-Zustand und zeigen auf, ob eine Ertüchtigung nötig ist.
Wie lange dauert eine Böschungsstabilitätsanalyse?
Von der ersten Geländebegehung über die Aufschlussarbeiten bis zum geprüften Standsicherheitsnachweis vergehen in der Regel drei bis fünf Wochen, je nach Witterung und Laborlaufzeiten.