Der häufigste Fehler bei Straßenbauprojekten im Siegerland ist die naive Übertragung von Standardaufbauten aus dem Flachland. In Siegen, mit seinen verwitterten Tonschiefern und Blocklehmen auf den Höhenzügen, führt das in den ersten drei Jahren zu Spurrinnen und Frostaufbrüchen. Eine fundierte Bemessung flexibler Fahrbahnen muss die lokale Geologie ernst nehmen. Wir sehen immer wieder Gewerbegebiete auf den Hängen des Giersbergs, wo eine unzureichende Tragschicht auf dem anstehenden Hangeschutt nach zwei Wintern versagt. Unser Team setzt auf eine Kombination aus Felduntersuchungen und rechnerischen Nachweisen, um den Asphaltaufbau exakt auf die Verkehrslast und die Siegener Witterung abzustimmen. Für ein aussagekräftiges Baugrundmodell kombinieren wir die Laboranalyse mit einer SPT Bohrung, um die Lagerungsdichte des Untergrunds zu bestimmen, oder mit einer Korngrößenanalyse, um die Frostempfindlichkeitsklasse des Bodens exakt einzustufen.
Im Siegerland entscheidet nicht die Asphaltdicke allein, sondern die Anpassung der Tragschicht an den Schieferverwitterungslehm über die Standzeit.
Angewandte Methodik in Siegen

Typische technische Herausforderungen in Siegen
Der historische Stadtkern von Siegen entwickelte sich entlang der Weiß und der Sieg, während die jüngere Expansion auf die umliegenden Höhenrücken ausgriff. Diese urbane Entwicklung hat dazu geführt, dass viele Verkehrswege auf geologisch heterogenen Übergangszonen zwischen Auelehm und Hangschutt liegen. Das unterschätzte Risiko bei einer unzureichenden Bemessung flexibler Fahrbahnen ist hier nicht nur die klassische Materialermüdung, sondern die differenzielle Setzung. Wenn eine Fahrbahn zur Hälfte auf gewachsenem Fels und zur Hälfte auf einer alten, nicht verdichteten Auffüllung aus Schieferbruch liegt, entstehen innerhalb kurzer Zeit Längsrisse und Querabsenkungen. Ein weiteres Problem ist die Topografie selbst: In steilen Abschnitten über 8 % Längsneigung führen Schubspannungen in der Asphaltbinderschicht zu Verdrückungen, die der Standard-RDO-Ansatz nicht vollständig abdeckt. Ohne eine lokale Anpassung der Bindemittelart und des Hohlraumgehalts riskiert der Bauherr einen vorzeitigen Griffelabgriff.
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Unsere Leistungen
Im Rahmen der Bemessung flexibler Fahrbahnen bieten wir ein abgestuftes Leistungsspektrum, das von der geotechnischen Erkundung bis zur rechnerischen Dimensionierung reicht. Jede Maßnahme zielt darauf ab, die spezifischen Siegener Untergrundverhältnisse in einen wirtschaftlichen und dauerhaften Oberbau zu übersetzen.
Geotechnische Vorerkundung
Aufschluss des Untergrunds mittels Baggerschurf und Rammsondierung zur Bewertung der Verwitterungszone des Tonschiefers und zur Bestimmung der anstehenden Bodenklasse.
Laboruntersuchung des Planums
Bestimmung der Kornverteilung, des Wassergehalts und der Proctordichte. Ermittlung der Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB für den anstehenden Siegerländer Hanglehm.
Rechnerische Dimensionierung nach RStO
Festlegung des Schichtenaufbaus mittels Mehrschichtentheorie. Berechnung der Zug- und Druckspannungen in der Asphaltbefestigung unter Berücksichtigung der prognostizierten Verkehrslast.
Qualitätssicherung im Einbau
Überwachung der Verdichtung durch Dichtemessungen am fertigen Planum und an der Asphalttragschicht. Kontrolle des Hohlraumgehalts mittels Bohrkernentnahme und Raumdichtebestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn für ein Gewerbegrundstück in Siegen?
Eine vollständige geotechnische Erkundung mit Dimensionierung für ein typisches Gewerbegrundstück bewegt sich im Raum Siegen in einem Rahmen von €1.460 bis €4.050. Die Spanne erklärt sich durch die variable Anzahl nötiger Aufschlüsse und den Umfang der Asphaltuntersuchungen. Ein kleiner Parkplatz mit geringer Lastklasse liegt am unteren Ende, eine Erschließungsstraße mit Bk100-Belastung am oberen.
Warum versagen Asphaltstraßen in Siegen oft früher als erwartet?
Das liegt fast immer an einer Fehleinschätzung des Untergrunds. Die verwitterten Schieferböden und Lehme reagieren extrem empfindlich auf Wasser. Wenn die Tragschicht nicht ausreichend drainiert oder zu dünn dimensioniert ist, weicht der Untergrund auf und die Asphaltschichten brechen unter der dynamischen Last. Hinzu kommt die oft unterschätzte Frosteindringtiefe in den exponierten Höhenlagen.
Welche Asphaltmischgüter empfehlen Sie für die steilen Zufahrten im Siegerland?
Für Steigungen über 6 % raten wir zu einem Splittmastixasphalt (SMA) als Deckschicht, der eine hohe Griffigkeit und Verformungsresistenz bietet. In der Binderschicht setzen wir bevorzugt ein polymermodifiziertes Bitumen ein, um den Schubspannungen standzuhalten. Die exakte Rezeptur muss jedoch auf die lokale Gesteinskörnung aus der Region abgestimmt werden.
Wie lange dauert eine typische Fahrbahnbemessung von der Erkundung bis zum Bericht?
Rechnen Sie mit etwa drei bis vier Wochen. Die Feldarbeit mit den Aufschlüssen und Rammsondierungen nimmt zwei bis drei Tage in Anspruch. Die anschließende Laboranalyse der Bodenproben und die rechnerische Dimensionierung des Oberbaus benötigen dann noch einmal zwei bis drei Wochen, bis der prüffähige Bericht nach RStO vorliegt.