Im Siegener Stadtgebiet prägen steile Hänge und die tief eingeschnittenen Täler von Sieg und Ferndorf die Bebauung. Die Stützwandbemessung muss hier mit devonischen Tonschiefern, Grauwacken und oft mehrere Meter mächtigen Verwitterungsdecken umgehen. Diese Bedingungen sind kein Nachteil, wenn man sie frühzeitig im Bemessungskonzept berücksichtigt. Viele Grundstücke am Giersberg oder in der Oberstadt erfordern eine Stützwandbemessung, die den charakteristischen Kluftkörpern und der erhöhten Wasserempfindlichkeit des anstehenden Felses Rechnung trägt. Wir kombinieren dafür geotechnische Erkundung – etwa über Schürfgruben zur Aufnahme des Schichtprofils – mit rechnerischen Nachweisen, die die lokale Geologie abbilden.
Eine Stützwand im Siegerland muss mehr können als abstützen – sie muss mit dem Wasser leben, das der Tonschiefer speichert und verzögert wieder abgibt.
Angewandte Methodik in Siegen

Typische technische Herausforderungen in Siegen
Zwischen einem Bauvorhaben im flacheren Sieghüttenviertel und einer Hanglage in Kaan-Marienborn liegen geotechnisch Welten. Während im Tal oft geringmächtige Auenlehme über Fels anstehen, muss man am Hang mit einer unregelmäßigen Verwitterungsfront rechnen, die innerhalb weniger Meter stark variiert. Das größte Risiko bei der Stützwandbemessung in Siegen ist die Unterschätzung des Sickerwasserdrucks hinter der Wand. Die jährliche Niederschlagsmenge von über 1000 mm und die geringe Durchlässigkeit des verwitterten Schiefers führen zu einem Aufstau, den eine Dränage zuverlässig abbauen muss. Wird die Dränschicht nicht fachgerecht dimensioniert oder die Filterstabilität zum anstehenden Boden nicht nachgewiesen, drohen Ausspülungen und ein progressiver Verlust der Stützkraft. Ein zweiter kritischer Punkt ist die Einbindetiefe in den Fels: Sie muss den oft schräg einfallenden Schieferungsflächen Rechnung tragen, die bei ungünstiger Orientierung als Gleitfuge wirken können.
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Unsere Leistungen
Unser Leistungsumfang für die Stützwandbemessung in Siegen deckt alle planungsrelevanten Schritte ab – von der Baugrunderkundung bis zur ausführungsreifen Statik.
Geotechnische Beratung und Standsicherheitsnachweis
Aufstellung der Einwirkungen aus dem lokalen Baugrund, Ermittlung von Erddruck, Gleit- und Kippsicherheit sowie Grundbruchnachweis. Wir berücksichtigen die spezifischen Eigenschaften des Siegener Tonschiefers und legen den Ansatz für den Bemessungswasserstand konservativ und ortserfahren fest.
Dränagebemessung und Konstruktionsberatung
Dimensionierung der Dränschicht und Filtervliesstoffe nach dem Stützwandtyp (Winkelstützwand, Schwergewichtsmauer, Gabione). Wir stellen sicher, dass die Dränage auch bei Starkregenereignissen, wie sie die Mittelgebirgslage Siegens mit sich bringt, ausreichend leistungsfähig bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist in Siegen eine Stützwandbemessung nach GK 3 nötig?
Die Geotechnische Kategorie GK 3 wird erforderlich, wenn die Standsicherheit von Nachbarbauwerken beeinflusst wird oder sehr hohe Wandhöhen mit komplexem Schichtaufbau vorliegen. In Siegen ist das häufig der Fall, wenn eine Stützwand unmittelbar an der Grundstücksgrenze zu einem älteren Gebäude errichtet wird, dessen Gründung nicht dokumentiert ist. Dann sind zusätzliche numerische Berechnungen (FEM) und eine vertiefte Baugrunderkundung mit Kernbohrungen bis in den unverwitterten Fels vorgeschrieben.
Welche Kosten entstehen für eine Stützwandbemessung in Siegen?
Das Honorar für die Stützwandbemessung liegt je nach Wandhöhe, geotechnischer Kategorie und erforderlichem Erkundungsumfang zwischen €860 und €4.360. Einfache Winkelstützwände bis 2,50 m Höhe auf bekanntem Baugrund liegen im unteren Bereich. Aufwändige Schwergewichtsmauern mit FEM-Nachweis und Dränagekonzept erfordern ein höheres Budget. Das Angebot erhalten Sie nach einer ersten Baugrundbeurteilung.
Warum ist der Ansatz des Bemessungswasserstands hinter der Wand so kritisch?
Der verwitterte Tonschiefer in Siegen neigt dazu, Niederschlagswasser in Klüften und entlang von Schieferungsflächen zu leiten, bevor es langsam in die weichere Matrix abgegeben wird. Bei Starkregen kann sich so ein temporärer Wasserstau hinter der Wand aufbauen, der den Erddruck massiv erhöht. Wir setzen den Bemessungswasserstand daher nicht pauschal an, sondern orientieren uns an den örtlichen Wetterdaten und der Durchlässigkeit des Baugrunds, die wir über Laborversuche bestimmen lassen.