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Siegen
Siegen, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch in Siegen – Lefranc, Lugeon & Packertest nach DIN 18130

Die DIN 18130 und der Eurocode 7 (EN 1997-2:2007) verlangen belastbare kf-Werte, wenn Wasser in den Baugrund eindringen kann – und in Siegen ist das fast überall der Fall. Das Stadtgebiet erstreckt sich über rund 114 km² entlang der Sieg, mit tief eingeschnittenen Kerbtälern, Hangschuttdecken und verwitterten Tonschiefern des Rheinischen Schiefergebirges. Wer hier ein Bauwerk plant, muss früh klären, wie das Grundwasser im Untergrund tatsächlich sickert. Unser Felddurchlässigkeitsversuch liefert genau diesen Kennwert direkt in situ, ohne Umweg über Laborwerte. Das ist kein Luxus, sondern geotechnische Pflicht, wenn in Siegen eine Baugrube im Hang oder ein Versickerungssystem im Tal geplant wird. Die langjährige Bergbau- und Stahlgeschichte der Region hat zudem einen heterogenen Untergrund hinterlassen, den man ohne lokale Erfahrung kaum realistisch einschätzen kann. Wir setzen den Versuch mit kalibrierten Druckaufnehmern und Datenloggern um, damit Sie belastbare Zahlen für den Baugrundgutachter und die Genehmigungsbehörde bekommen.

Ein Siegerländer Baugrund ohne Durchlässigkeitsprofil ist wie ein Stahlwerk ohne Temperaturmessung – irgendwann wird es kritisch.

Angewandte Methodik in Siegen

Schon ein Blick auf die Bodenverhältnisse zwischen Siegen-Geisweid und Siegen-Eiserfeld zeigt, warum der Felddurchlässigkeitsversuch hier nie nach Schema F ablaufen kann. In Geisweid dominieren die sandig-kiesigen Talfüllungen der Ferndorf mit lockerer Lagerung, wo der Lefranc-Test mit konstanter Druckhöhe oft schon nach wenigen Minuten stabile kf-Werte um 1×10⁻⁴ m/s liefert. In Eiserfeld dagegen steht man auf dichtem Verwitterungslehm über geklüftetem Schiefer – da braucht es den Lugeon-Packertest im Bohrloch, um die klüftige Gebirgsdurchlässigkeit abschnittsweise zu erfassen. Die Spannbreite der kf-Werte kann innerhalb von 200 Metern um drei Zehnerpotenzen schwanken. Gerade bei Hanglagen, wo Schichtenwasser auf Gleitflächen trifft, spielt die Böschungsstabilität eine zentrale Rolle, und die hängt direkt vom Durchlässigkeitsprofil ab. Unser Equipment ist für beide Welten gerüstet: Wir kommen mit Doppelpacker-Systemen für den Fels und mit einfachen Pegelrohren für Lockergestein.
Felddurchlässigkeitsversuch in Siegen – Lefranc, Lugeon & Packertest nach DIN 18130
Felddurchlässigkeitsversuch in Siegen – Lefranc, Lugeon & Packertest nach DIN 18130
ParameterTypischer Wert
VersuchstypenLefranc (Lockergestein), Lugeon/Packer (Fels), Auffüllversuch, Absenkversuch
Normative BasisDIN 18130-1, EN 1997-2, DIN EN ISO 22475-1
Bohrdurchmesser100 mm bis 146 mm (Standard), 76 mm (Packertest)
Messbereich kf1×10⁻² m/s bis 1×10⁻⁸ m/s
ProtokollumfangDruck-Zeit-Diagramm, stationärer kf, instationäre Auswertung nach Hvorslev
Einsatzgebiet SiegenVersickerungsgutachten, Baugrubenentwässerung, Deponieabdichtung, Hangwasser
Kalibrierintervalljährlich nach DAkkS-Vorgabe, Druckaufnehmer vor jedem Einsatz abgeglichen

Typische technische Herausforderungen in Siegen

Ein Bauvorhaben in der Nähe des Häuslinger Weihers vor einigen Jahren hat uns gezeigt, wie schnell die Kombination aus klüftigem Schiefer und Starkregen eine Baugrube fluten kann. Der Untergrund war im Bohrprofil als schwach durchlässig eingestuft worden, basierend auf Sieblinien – aber die Klüfte hatte niemand getestet. Nach zwei Tagen Dauerregen stand das Wasser einen Meter hoch, und die Pumpen kamen nicht hinterher. Der Felddurchlässigkeitsversuch mit Packer hätte die bevorzugten Wasserwege aufgedeckt. Deshalb bestehen wir bei jedem Projekt in Siegen auf mindestens zwei Versuchstiefen, um vertikale Heterogenitäten sicher zu erkennen. Wird die Durchlässigkeit unterschätzt, drohen Setzungen, Auftriebsprobleme und im Extremfall ein hydraulischer Grundbruch in der Sohle. Die Topografie der Stadt mit Höhenunterschieden von über 250 Metern zwischen den Stadtteilen verschärft die Grundwasserdynamik zusätzlich. Ein falscher kf-Wert ist hier kein akademischer Fehler, sondern ein handfestes Baukostenrisiko.

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Anwendbare Normen: DIN 18130-1: Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, Eurocode 7 (EN 1997-2:2007): Geotechnische Erkundung und Untersuchung, DIN EN ISO 22475-1: Probenentnahme und Grundwassermessungen, DWA-A 138: Bemessung von Versickerungsanlagen

Unsere Leistungen

Der Felddurchlässigkeitsversuch ist selten das einzige Baustein im geotechnischen Untersuchungsprogramm. In Siegen kombinieren wir ihn je nach Fragestellung mit weiteren Prüfverfahren aus unserem Labor und Außendienst.

Lefranc-Versuch im Lockergestein

Klassischer instationärer oder stationärer Test im Bohrloch für Sande, Kiese und verwitterte Lehme. Wir setzen elektrische Drucksonden ein, die den Wasserspiegel sekundengenau aufzeichnen, und werten nach Hvorslev aus.

Lugeon-Packertest im Fels

Abschnittsweise Durchlässigkeitsprüfung im geklüfteten Schiefer mit Einfach- oder Doppelpacker. Die Lugeon-Einheit gibt direkt Auskunft über die Klüftigkeit des Gebirges, was für Siegener Hanglagen und Tunnelprojekte unverzichtbar ist.

Kombinierte In-situ-Programme

Wir koppeln den Durchlässigkeitsversuch mit der SPT-Bohrung, um in einem Abteufvorgang sowohl Lagerungsdichte als auch kf-Wert zu gewinnen. Das spart Bohrzeit und gibt ein schlüssiges geotechnisches Gesamtbild.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Siegen?

Für einen Standard-Lefranc- oder Lugeon-Test inklusive Bohrung, Gerätevorhaltung und Protokoll müssen Sie in Siegen mit Kosten zwischen €510 und €950 pro Versuchstiefe rechnen. Der genaue Preis hängt von der Bohrtiefe, dem benötigten Packer-Setup und der Anzahl der Messhorizonte ab.

Welcher Test ist für mein Bauvorhaben in Siegen der richtige?

Das entscheidet der Untergrund: Im Siegtal und in den Auenbereichen reicht meist der Lefranc-Test im Lockergestein. Sobald Sie auf dem verwitterten Schiefer der Hänge bauen, ist der Lugeon-Packertest im Fels vorgeschrieben. Wir klären das vorab anhand der Bohransprache.

Wie lange dauert ein Durchlässigkeitsversuch vor Ort?

Pro Tiefenstufe müssen Sie rund 60 bis 90 Minuten einplanen, inklusive Einrichtung des Packers, Sättigungsphase und Messung bis zum stationären Zustand. Bei mehreren Teufen an einem Tag ist ein komplettes Profil in 4–5 Stunden erstellbar.

Brauche ich für ein Versickerungsgutachten in Siegen zwingend einen Feldversuch?

Ja, die DWA-A 138 und die Unteren Wasserbehörden des Kreises Siegen-Wittgenstein verlangen in der Regel einen in-situ ermittelten kf-Wert. Laborwerte aus gestörten Proben werden für die Bemessung von Rigolen oder Mulden meist nicht akzeptiert.

Können Sie den Versuch auch in bestehenden Grundwassermessstellen durchführen?

Das ist möglich, sofern der Ausbau der Messstelle es zulässt. Wir brauchen einen durchgehenden Filterbereich in der zu testenden Schicht und eine saubere Kiespackung. Vor Ort prüfen wir den Ausbau und entscheiden, ob ein Auffüll- oder Absenkversuch sinnvoll ist.

Abdeckung in Siegen