Die DIN 18127 ist in Siegen mehr als eine Labornorm – sie entscheidet über die Standsicherheit von Bauwerken auf den verwitterten Tonschiefern des Rheinischen Schiefergebirges. Wer im Stadtgebiet oder den umliegenden Tälern gründet, trifft auf residuale Hanglehme und periglaziale Fließerden, deren Verdichtbarkeit stark vom Wassergehalt abhängt. Der Proctor-Versuch liefert die Referenzdichte, ohne die kein Erdplanum abgenommen wird. Unser geotechnisches Labor führt die Prüfung sowohl in der Normal- als auch in der modifizierten Variante aus, abgestimmt auf die Lastanforderungen des Projekts. Die Proben stammen direkt aus der Siegener Baugrube oder dem künftigen Dammkörper, sodass Material und Einbauverfahren realitätsnah bewertet werden. Gerade bei der Wiederverwendung von Aushubmaterial in beengten Hanglagen spart eine präzise Proctorkurve Transportkosten und Deponievolumen. Ergänzend empfehlen wir bei grobkörnigen Böden den Sandkegel-Versuch zur Feldkontrolle des Verdichtungsgrads direkt auf der Baustelle.
Die Proctorkurve ist der Fingerabdruck des Siegerländer Baugrunds – sie zeigt uns, wann das Material trägt und wann es nachgibt.
Angewandte Methodik in Siegen
- Ermittlung des optimalen Wassergehalts (wopt) und der maximalen Trockendichte (ρd,max)
- Normale Proctordichte für Erdbaustandard, modifizierte für höhere Anforderungen
- Siebanalyse vorab zur Auswahl des richtigen Verfahrens (A, B oder C)
- Prüfbericht mit vollständiger Verdichtungskurve und Auswertung nach DIN

Typische technische Herausforderungen in Siegen
Rund 100.000 Einwohner leben in einer Stadt, deren Topografie kaum ebene Bauflächen zulässt. Die Bauprojekte in Siegen konzentrieren sich auf Tallagen mit jungen Talfüllungen oder auf künstlich terrassierte Hangbereiche. In beiden Fällen besteht das Risiko unkontrollierter Setzungen, wenn das eingebaute Material nicht ausreichend verdichtet wurde. Ein Verzicht auf den Proctor-Versuch führt im schlimmsten Fall zu Nachverdichtungen unter Verkehrslast, Rissen in der Fahrbahndecke oder Setzungsmulden in der Leitungszone. Besonders tückisch sind die heterogenen Aushubmassen, die beim Bau von Wohnanlagen auf den Sieghöhen anfallen: Verwitterungslehm, Schieferbruch und umgelagerter Hangeschutt lassen sich ohne Proctorkennwerte nicht wirtschaftlich und sicher wiedereinbauen. Der modifizierte Proctor-Versuch ist in Siegen immer dann angezeigt, wenn dynamische Lasten aus dem Schwerverkehr der Hüttentalstraße oder der A45 in den Baugrund eingeleitet werden. Die Siegtalbrücke ist ein permanentes Zeugnis dafür, dass im Siegener Raum nur verdichtungsgeprüfte Hinterfüllungen Bestand haben.
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Unsere Leistungen
Unser Labor in der Region bietet die Proctor-Prüfung als Teil eines durchgängigen Qualitätssicherungskonzepts für den Erdbau an. Von der Probenahme bis zur Verdichtungsempfehlung begleiten wir Ihr Projekt in Siegen.
Normalproctor nach DIN 18127
Bestimmung der Proctordichte und des optimalen Wassergehalts für den standardmäßigen Erdbau. Auswertung der Verdichtungskurve mit drei Versuchspunkten, geeignet für Baugrubenverfüllungen und landschaftsbauliche Maßnahmen in den Siegener Stadtteilen.
Modifizierter Proctorversuch
Höhere Verdichtungsenergie für Tragschichten im Straßenbau, Industrieböden und hoch belastete Hinterfüllungen. Wir simulieren die Einbaubedingungen schwerer Walzenzüge und liefern die Kennwerte für den Verdichtungsgrad DPr.
Verdichtungsgrad-Bestimmung
Kombination aus Proctor-Laborversuch und Felddichtemessung. Wir ermitteln den Verdichtungsgrad vor Ort und weisen die Einhaltung der vertraglich geforderten Werte nach – unverzichtbar für die Abnahme des Erdplanums in Siegen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Proctor-Versuch im Labor?
Die Kosten für einen Proctor-Versuch nach DIN 18127 liegen je nach Verfahren und Probenvorbereitung zwischen €90 und €210. Der genaue Preis hängt vom Größtkorn und dem erforderlichen Aufwand für die Trocknung und Siebung ab.
Welche Probenmenge wird für den Proctor-Versuch benötigt?
Für den Versuch benötigen wir etwa 40 bis 60 Kilogramm repräsentatives Probenmaterial. Die Menge richtet sich nach dem Größtkorn: bei Steinen über 31,5 mm ist eine Vorabsiebung nötig, was die erforderliche Probenmasse erhöht.
Wann ist der modifizierte Proctorversuch vorgeschrieben?
Der modifizierte Proctor-Versuch kommt immer dann zum Einsatz, wenn das Bauwerk hohen oder dynamischen Lasten ausgesetzt ist – typisch für Straßenoberbau, Eisenbahndämme oder Industrieflächen. In Siegen verlangen die ZTV E-StB 17 für Tragschichten im klassifizierten Straßenbau grundsätzlich den modifizierten Versuch.
Reicht der normale Proctor für eine Baugrubenverfüllung?
In den meisten Fällen ja. Für Leitungsgräben, Arbeitsräume und Geländeauffüllungen in Siegen ist der normale Proctor-Versuch ausreichend. Entscheidend ist die Vorgabe im Leistungsverzeichnis: wenn dort ein Verdichtungsgrad von 95 % DPr ohne Zusatz 'modifiziert' steht, gilt die normale Proctordichte.
Wie lange dauert die Prüfung im Labor?
Die Durchführung und Auswertung des Proctor-Versuchs beansprucht in der Regel zwei bis drei Werktage. Wenn das Material vorgetrocknet werden muss, verlängert sich die Dauer um einen weiteren Tag. Expressprüfungen sind nach Absprache möglich.