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Siegen
Siegen, Germany

Seismische Tomographie für Baugrund in Siegen

Das Siegener Stadtgebiet wuchs im Mittelalter entlang der Sieg, wo die ersten Hammerwerke flache Talsohlen nutzten. Heute drängt die Bebauung an die Hänge des Siegerlands, die von tiefgründig verwittertem Devon-Schiefer und Grauwacke geprägt sind. Zwischen Kaisergarten und Giersberg variiert die Felszersetzung auf wenigen Metern stark, sodass Bohrungen allein oft ein lückenhaftes Bild liefern. Die seismische Tomographie überbrückt diese Lücken, indem sie geophysikalische Profile mit kontinuierlichen Geschwindigkeitsmodellen erzeugt und kompakte von mürben Zonen abgrenzt. Gerade in Siegen, wo die Hanglage vieler Grundstücke die Gründungskosten treibt, ist diese zerstörungsfreie Methode wirtschaftlich sinnvoll. Ergänzend zur Tomographie bewährt sich die seismische Refraktion als schneller Einstieg, wenn zunächst nur das oberflächennahe P-Wellen-Modell interessiert.

Von der Lockergesteinsauffüllung bis zum frischen Schiefer – die seismische Tomographie bildet den Untergrund Siegens in einem durchgehenden Geschwindigkeitsprofil ab.

Angewandte Methodik in Siegen

Die geologischen Kontraste zwischen der Siegener Altstadt und dem Lindenberg zeigen, warum die seismische Tomographie hier so wertvoll ist. Im Talkessel lagern bis zu sechs Meter Auenlehm und Schotter über dem Fels, während am Lindenberg bereits nach zwei Metern zersetzter Schiefer ansteht. Die Tomographie kartiert beide Situationen mit einem einzigen Messprofil und liefert Vp- und Vs-Geschwindigkeiten, die direkt in bodendynamische Kennwerte übersetzt werden. Der Messablauf bleibt gleich: Ein seismischer Impulsgeber – meist ein beschleunigungsgewichteter Hammer oder ein leichtes Fallgewicht – erzeugt elastische Wellen, die von einem Geophonarray registriert werden. Die Laufzeitkurven werten wir tomographisch aus, nicht nur als einfache Refraktionssektion, sodass laterale Inhomogenitäten und Geschwindigkeitsinversionen sichtbar werden. Das Ergebnis ist ein 2D-Untergrundmodell, das Gründungsplanern in Siegen erlaubt, Pfahllängen oder Baugrubensicherungen präziser zu dimensionieren.
Seismische Tomographie für Baugrund in Siegen
Seismische Tomographie für Baugrund in Siegen
ParameterTypischer Wert
MethodeSeismische Refraktionstomographie und flachseismische Reflexion
Einsatztiefe2 bis 60 m (je nach Quelle und Untergrunddämpfung)
MessrasterGeophonabstand 1–5 m, Profillänge 23–115 m
QuellsignalImpuls (Hammer 8 kg, Fallgewicht 50 kg)
DatenauswertungLaufzeittomographie (Raytracing), Reflexionsstack
ErgebnisparameterVp, Vs, Poissonzahl, dynamischer E-Modul, Scherwellenwiderstand
BerichtsstandardDGGT-Empfehlung 4.1, ASTM D5777-18

Typische technische Herausforderungen in Siegen

Ein zehngeschossiges Wohnhaus am Hangfuß des Häusling, direkt angrenzend an eine bekannte Störungszone im Siegener Sattel, stand auf Bohrprofilen, die in der Tiefe stark streuten. Die seismische Tomographie deckte einen schmalen, steil stehenden Zerrüttungskeil auf, der in keiner Bohrung vollständig erfasst war. Ohne diese Information hätte die Baugrube im Bereich des Keils unerwartet nachgegeben. Die Tomographie erlaubte, die Verbauart gezielt anzupassen und die Pfahlgründung tiefer in den unverwitterten Fels zu führen. In Siegen, wo die devonischen Schichten lokal intensiv gefaltet und von Quarzgängen durchzogen sind, reduziert die flächige geophysikalische Erkundung das Risiko von Überraschungen beim Aushub erheblich.

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Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN EN 1997-2:2010 (Eurocode 7 – Erkundung und Untersuchung), ASTM D5777-18 (Seismic Refraction Method), DGGT-Empfehlung Nr. 4.1 (Geophysikalische Erkundung)

Unsere Leistungen

Unser geophysikalisches Team bietet in Siegen drei ineinandergreifende Leistungen an, die von der ersten Erkundung bis zum bodendynamischen Kennwertsatz reichen:

Seismische Refraktionstomographie

Kartierung der Felsoberkante, Ermittlung der Verwitterungszonen und Vp-Verteilung für Gründungsplanung und Baugruben.

Seismische Reflexionsprofile

Abbildung steil stehender Störungen und tieferer Schichtgrenzen im Siegener Grundgebirge, ergänzend zur Refraktion.

Bodendynamische Kennwertermittlung

Ableitung von Vs30, Scherwellensteifigkeit und Dämpfung aus der Tomographie für Erdbebennachweise nach DIN EN 1998-1/NA.

Häufig gestellte Fragen

Welche Untergrundverhältnisse in Siegen lassen sich mit der seismischen Tomographie besonders gut auflösen?

Die Methode eignet sich hervorragend für die Abgrenzung zwischen quartären Lockersedimenten und dem devonischen Festgestein, das in Siegen oft tiefgründig verwittert ist. Sie bildet sowohl die Felsoberkante als auch Zerrüttungszonen und steil stehende Störungen ab, die im Siegener Sattel häufig auftreten.

Kann die Tomographie auch in beengten Hanglagen eingesetzt werden?

Ja, wir arbeiten mit leichten Geophonen und impulsartigen Quellen, die sich auch auf schmalen Grundstücken am Lindenberg oder Häusling auslegen lassen. Die Profillänge passen wir an die örtliche Situation an, sodass Messungen ab etwa 23 Metern möglich sind.

Mit welchen Kosten muss man für eine seismische Tomographie in Siegen rechnen?

Die Kosten liegen typischerweise zwischen €2.170 und €4.300, abhängig von Profillänge, Anzahl der Schüsse und ob zusätzlich Reflexionsdaten prozessiert werden sollen.

Welche Normen liegen der Auswertung zugrunde?

Die Feldarbeit und Auswertung folgen der DGGT-Empfehlung Nr. 4.1 sowie der ASTM D5777-18. Für die Ableitung bodendynamischer Kennwerte ziehen wir die DIN EN 1998-1/NA heran, die für Erdbebennachweise in Deutschland maßgebend ist.

Abdeckung in Siegen