Wenn die dreiachsige Belastungszelle im Labor unter Spannung gesetzt wird, beginnt für uns der entscheidende Moment jeder Baugrundbewertung in Siegen. Die Probe sitzt zwischen zwei Filtersteinen, umschlossen von einer Gummimembran, während der Zellendruck über Wasser präzise aufgebaut wird. Wir beobachten am Messrechner, wie sich die vertikale Spannung langsam erhöht – zuerst isotrop, dann deviatorisch. In unserer Erfahrung mit den verwitterten Schiefer- und Grauwackeböden des Rheinischen Schiefergebirges liefert genau dieser Versuchsaufbau die verlässlichsten Scherparameter. Für Hanglagen oberhalb der Sieg oder Baugruben in den Terrassenschottern der Innenstadt kombinieren wir den Triaxialversuch häufig mit einer Korngrößenanalyse, um die Feinkornanteile zu quantifizieren, die das Bruchverhalten maßgeblich beeinflussen. Ohne diese Kennwerte aus dem Dreiaxialtest wäre keine wirklich standsichere Bemessung von Gründungen im Siegerland möglich.
Ein CU-Triaxialversuch an Siegener Schieferverwitterung zeigt oft, dass die effektive Kohäsion nur halb so groß ist wie die totale.
Angewandte Methodik in Siegen

Typische technische Herausforderungen in Siegen
Mit einer Höhenlage von rund 290 m ü. NHN und jährlichen Niederschlägen um 1100 mm ist Siegen eine Stadt, in der Hangwasser und Durchfeuchtung die maßgeblichen Risikofaktoren für Baugrundversagen darstellen. Die tiefgründige Verwitterung des devonischen Untergrunds erzeugt Übergangszonen zwischen Fels und Boden, deren Festigkeit im Feld kaum abschätzbar ist. Ein undrainierter Triaxialversuch an einer scheinbar standfesten Schieferprobe zeigt häufig, dass schon geringe Verformungen von unter 2 % axialer Stauchung zum Kollaps führen, wenn der Porenwasserdruck nicht abgebaut werden kann. Besonders tückisch: Die ausgeprägte Schieferung begünstigt anisotropes Materialverhalten. Wer hier nur mit Erfahrungswerten oder einfachen Rahmenscherversuchen arbeitet, riskiert Böschungsbrüche oder Setzungsschäden an der Stützmauer – ein Szenario, das wir durch die wirklichkeitsnahe Triaxialprüfung systematisch ausschließen.
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Unsere Leistungen
Unser geotechnisches Labor in Siegen ist auf die Prüfung der regionaltypischen Böden spezialisiert. Die Triaxialzellen werden regelmäßig nach DAkkS-Vorgaben kalibriert, und wir dokumentieren jeden Versuch lückenlos im Prüfbericht.
Konsolidiert-Undrainierter (CU) Triaxialversuch
Ermittlung der effektiven Scherparameter φ' und c' mit Porenwasserdruckmessung. Besonders geeignet für die bindigen Verwitterungsböden und Auenlehme im Siegtal, bei denen wir den zeitlichen Verlauf der Konsolidierung vor dem Abscheren exakt steuern.
Drainierter (CD) Triaxialversuch mit Volumenänderung
Langsames Abscheren unter Aufrechterhaltung des Drainagewegs, um dilatantes oder kontraktantes Verhalten zu quantifizieren. Wichtig für die rolligen Terrassenschotter und die verdichteten Verfüllungen in den ehemaligen Bergbauarealen um Siegen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bodenarten aus dem Siegerland können im Triaxialversuch geprüft werden?
Wir prüfen sowohl bindige Böden – etwa die Tonschieferverwitterung und die Auenlehme der Sieg – als auch rollige Substrate wie die quartären Terrassenschotter. Auch Mischböden aus künstlichen Auffüllungen, die im Stadtgebiet häufig vorkommen, lassen sich bei Korngrößen bis etwa 20 mm problemlos in der 100-mm-Zelle testen.
Wann ist ein CU-Versuch und wann ein CD-Versuch sinnvoll?
Der CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung liefert sowohl die totalen als auch die effektiven Scherparameter und ist die Regel bei gering durchlässigen Böden, wo schnelle Laständerungen auftreten können – typisch für Baugruben in den Siegener Hanglagen. Den drainierten CD-Versuch setzen wir bei gut durchlässigen Kiesen und Sanden ein, etwa unterhalb von Fundamenten im Siegtal, wo das Porenwasser Zeit hat abzufließen.
Was kostet ein Triaxialversuch in Siegen?
Ein einzelner Triaxialversuch (ein Satz von drei Proben mit drei Zellendrücken) liegt je nach Versuchsart und Probenvorbereitung zwischen €1.620 und €2.570. Der genaue Preis hängt davon ab, ob es sich um einen CU- oder CD-Versuch handelt und ob die Proben ungestört entnommen oder aus gestörtem Material neu aufbereitet werden müssen.
Warum reichen Rahmenscherversuche für Baugruben in Siegen oft nicht aus?
Rahmenscherversuche erzwingen eine horizontale Scherfuge und können keine Porenwasserdrücke messen. In den klüftigen Schieferverwitterungen Siegens ist das Versagensverhalten aber oft dreidimensional und stark vom Sättigungsgrad abhängig. Der Triaxialversuch erlaubt uns, den natürlichen Spannungszustand nachzubilden und den kritischen Porenwasserdruck direkt zu messen – das ist für die Standsicherheit von tiefen Baugruben entscheidend.
Wie lange dauert ein konsolidiert-undrainierter Triaxialversuch?
Die reine Versuchszeit beträgt nach dem Einbau etwa 4 bis 7 Tage. Der größte Zeitanteil entfällt auf die Sättigung und Konsolidierung der Probe, die wir über das Back-Pressure-Verfahren so lange steuern, bis der Skempton'sche B-Wert über 0,95 liegt. Bei sehr feinkörnigen Böden kann die Konsolidierung auch länger dauern. Den Prüfbericht erhalten Sie in der Regel eine Woche nach Versuchsende.