Wenn der Siegburger Ingenieurgeologe die Prüfhalle betritt, läuft bereits die Siebmaschine. Ein Turm aus Maschengeweben mit 63 mm oben und 0,063 mm unten wird hydraulisch in Schwingung versetzt – die nasse Siebung für die Grobfraktion einer Geschiebemergelprobe aus Siegens Nordstadt. Sobald die Suspension durch den Feinsiebdurchlauf beruhigt ist, zieht der Labortechniker mit dem Aräometer die Dichtemessung nach der Sedimentationsmethode auf. In Siegen, wo die Böden auf engstem Raum zwischen verwittertem Tonschiefer, Hangschutt und quartären Flussterrassen wechseln, reicht ein einfacher Siebversuch selten. Erst die Kombination aus Siebung und Schlämmanalyse liefert die vollständige Kornverteilungskurve, die für die Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB und die Versickerungsfähigkeit nach DWA-A 138 benötigt wird. Wer im Siegerland baut, muss mit heterogenem Untergrund rechnen – die Korngrößenanalyse ist der erste Schritt zur sicheren Bemessung von Dränagen, Tragschichten oder Injektionen in klüftigen Felszonen nahe der Oberstadt.
Eine vollständige Kornsummenkurve ist der Fingerabdruck des Bodens – in Siegens heterogenem Untergrund entscheidet sie über Gründungstiefe, Frostsicherheit und Versickerungsleistung.
Angewandte Methodik in Siegen

Typische technische Herausforderungen in Siegen
Die geologische Karte von Siegen zeigt im Stadtgebiet eine Abfolge aus unterdevonischen Siegen-Schichten mit intensiver Faltung und Schieferung, überlagert von periglazialen Fließerden und bis zu 8 m mächtigen Auenlehmen entlang der Sieg. Wer im Bereich Siegen-Weidenau oder Eiserfeld eine Baugrube öffnet, steht oft nach zwei Metern im zersetzten Tonschiefer mit kavernösen Verwitterungszonen. Ohne exakte Korngrößenanalyse bleibt unklar, ob das Aushubmaterial als Wiederverfüllung taugt oder als setzungsempfindlicher Boden klassifiziert werden muss. Besonders tückisch sind die zahlreichen verfüllten Nebentäler im Stadtgebiet: Hier liegen künstliche Auffüllungen mit Bauschutt neben organischen Weichschichten, deren Kompressibilität erst die Kombination aus Korngrößenanalyse und Atterberg-Grenzen zuverlässig aufdeckt. Die DIN 18196 ordnet jeden Boden einer Baugrundgruppe zu – eine Fehleinschätzung der Feinkornfraktion kann hier zu unwirtschaftlicher Überbemessung oder unterschätzten Setzungsdifferenzen führen.
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Unsere Leistungen
Unser akkreditiertes Labor in Siegen führt das gesamte Spektrum der Korngrößenbestimmung durch – von der Trockensiebung für rollige Böden bis zur vollständigen kombinierten Analyse mit Aräometerverfahren für bindige Schluff-Ton-Gemische. Jede Analyse wird durch den verantwortlichen Prüfingenieur freigegeben und enthält die vollständige Kornsummenkurve mit Ausweisung der Ungleichförmigkeitszahl und der Krümmungszahl.
Klassische Siebanalyse (Trocken- und Nasssiebung)
Für Kiese, Sande und gemischtkörnige Böden. Siebsatz von 63 mm bis 0,063 mm nach DIN EN 933-1. Bestimmung des Feinanteils, Sieblinie und Eignungsprüfung für Frostschutzschichten direkt in Siegen.
Aräometeranalyse (Schlämmanalyse)
Für bindige Böden und Feinsedimente. Sedimentationsverfahren mit Aräometer nach DIN EN ISO 17892-4. Erfassung der Kornfraktion kleiner 0,063 mm bis in den Tonbereich. Notwendig für Versickerungsgutachten und Setzungsberechnungen in den Auenlehmzonen der Sieg.
Häufig gestellte Fragen
Wann reicht eine reine Siebanalyse, wann ist die Schlämmanalyse zwingend erforderlich?
Sobald der Feinkornanteil (Körner < 0,063 mm) optisch mehr als 5–10 % der Gesamtprobe ausmacht, ist die kombinierte Analyse mit Aräometerverfahren vorgeschrieben. In Siegen tritt dieser Fall bei den verwitterten Tonschieferböden und den Auenlehmen entlang der Sieg regelmäßig auf. Die reine Trockensiebung würde den bindigen Anteil unterschätzen und zu falschen Frostempfindlichkeitsklassen führen.
Wie lange dauert eine vollständige Korngrößenanalyse im Labor Siegen?
Die kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse benötigt in der Regel 5 bis 7 Werktage. Die Sedimentationsphase im Aräometerversuch läuft über 24 Stunden mit mehreren Ablesungen. Bei dringenden Projekten im Raum Siegen bieten wir eine Expressauswertung innerhalb von 3 Werktagen an – sprechen Sie uns bei Auftragserteilung direkt darauf an.
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Siegen?
Für die kombinierte Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 (Siebung + Aräometer) liegen die Kosten je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €110 und €180 pro Analyse. Bei Serienaufträgen ab fünf Proben gewähren wir einen gestaffelten Mengenrabatt.
Welche Bodenkennwerte können direkt aus der Kornsummenkurve abgeleitet werden?
Aus der vollständigen Körnungslinie werden die Ungleichförmigkeitszahl Cu und die Krümmungszahl Cc berechnet, die zur Einstufung in die Bodengruppen nach DIN 18196 dienen. Zusätzlich lässt sich der Durchlässigkeitsbeiwert kf nach empirischen Verfahren (Hazen, Beyer) abschätzen – ein entscheidender Parameter für die Versickerungsbemessung in Siegens Kies-Sand-Terrassen.